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Meine Odyssee mit dem Neuen RuhrWort

Da liegen sie vor mir: 10.000 Zeitungen. Das „Neue RuhrWort spezial“ für Gelsenkirchen. 100 Pakete á 100 Zeitungen im Seiteneingang der Kirche St. Joseph. Worauf haben wir uns – und ich somit auch – da bloß eingelassen?
Blicken Sie mit Elvira Neumann auf diese fantastische Irr(e)fahrt zurück!

Freitag 20. März, 11:50 Uhr

Propst Markus Pottbäcker fragt an, ob wir – das Pastoralteam und somit auch die Pfarrei St. Joseph – uns vorstellen können, eine Sonderausgabe des Neuen RuhrWortes für Gelsenkirchen mitzugestalten und an alle katholischen Familien in unserer Pfarrei zu verteilen. Spontan hat das ganze Pastoralteam zugestimmt; ich auch.

Ist es nicht eine tolle Idee in dieser Zeit, in der wir keine Gottesdienste feiern und unsere Gruppen sich nicht treffen können, ein Medium zu haben das alle Katholiken erreicht? Natürlich sind wir mit dabei!

 

Mittwoch 1. April, 15 Uhr

Abgabetermin. Alle Artikel sind verfasst, die Beiträge geschrieben. Das Neue RuhrWort kann in Druck gehen. Schreiben das können wir! Aber das Unternehmen 10.000 Zeitungen zu verteilen und das Ganze irgendwie logistisch zu stemmen, können wir das auch?

Wir haben noch nicht bedacht, was alles zu bedenken ist. Gerechnet haben wir schon: rund 10.000 katholische Haushalte gibt es in unserem Pfarreigebiet.

Die Sekretärinnen Frau Lejawa und Frau Aniol müssen in Schnelle die Bistums-Haushaltslisten überarbeiten, alles stadtteil- und straßenweise sortieren. Abzählen wie viel Zeitungen pro Straße nötig sind und weiter Listen erstellen. Wofür? Ich habe den Überblick verloren. Vier dicke Ordner werden damit jedenfalls gefüllt.

 

Dienstag 7. April, 14 Uhr

Jetzt kann ich sagen, ja auch das können wir. Die Logistik und den Überblick behalten.

Wir lassen die vielen Zeitungen in die Kirche liefern. Nur hier ist so viel Platz. Nur hier können sie ordentlich stadtteilweise und alphabetisch nach Straßen sortiert liegen und abgeholt werden. Die Pfarrkirche liegt ist dem Pfarrbüro am nächsten, also in diese Kirche mit dem Neuen RuhrWort.

Da liegen sie nun die 100 Pakete. – Und so stehen Ingo Mattauch, Christiane Rother, drei Geschickte von der Caritas und ich in der Kirche St. Joseph. Das Großprojekt beginnt. Bekleidet mit Latexhandschuhen gegen die Druckerschwärze arbeiten wir Stapel für Stapel ab. Wieviel Straßen es in unserer Pfarrei gibt! Während wir alle die benötigten Zeitungen pro Straße abzählen oder Zehnerstapel erstellen, verteilt Ingo Mattauch immer neue Pakete. Wir haben drei Stunden Zeit alles bereit zu legen. Ob die Zeit reicht bis die Verteiler*innen kommen?

Geschafft. Alle Zeitungen liegen auf mehr als 290 Straßenstapeln, mal kleine (1 Zeitung) mal größeren (202 Zeitungen) bereit. – Und danke an die drei von der Tankstelle, nein, von der Caritas.

 

Dienstag 7. April, 17:30 Uhr

Unsere Vorarbeit ist erledigt. Jetzt beginnt die eigentliche Aufgabe. Gibt es in unserer Pfarrei genügend Menschen, die bereit sind in ihren Stadtteilen das Neue RuhrWort zu verteilen?

Per Mail, Telefonat und persönlichem Gespräch haben wir unsere Christ*innen vor Ort informiert. Die AWO vor Ort unterstützt uns mit den Quartiersleuten.

Und dann geht es los! Bereits ab 17:30 Uhr kommen nach und nach, viele Menschen aus all unseren Stadtteilen in die Kirche. Sie staunen ob der großen Menge an Stapeln. Wo liegen die Zeitungen für Feldmark? Wo finde ich den Haverkamp? Mein Gott, wie lang ist denn die Kurt-Schumacher-Straße? Brückenstraße? Hab ich noch nie gehört.

Es war der Wahnsinn. Vor 20 Uhr waren bereits 6.000 Zeitungen abgeholt worden. Die ersten kamen schon wieder und holten Nachschub.

 

Donnerstag 15. April, ab 10 Uhr

Die Stadtteile Feldmark und Bismarck sind leergefegt, sprich komplett abgeholt worden. Ein Austeiler übernimmt die übriggebliebenen Zeitungen von Schalke-Nord. Die Stapel sind sehr überschaubar geworden und liegen nur noch in den hinteren Reihen der Kirche.

9.500 von 10.000 Zeitungen konnten verteilt werden.

Um 18 Uhr schließen Ingo Mattauch und ich die Kirche ab. Die restlichen Zeitungen nehmen wir mit für die anderen Kirchen und legen sie dort aus.

Geschafft!

 

Das wir diese irre Unternehmung gemeistert haben, dafür danke ich, im Namen des Pfarrers und meiner Kolleg*innen aus dem Pastoralteam, allen Freiwilligen aus unseren Stadtteilen, die auf Aufruf und Hilferuf herbeigeeilt sind und die Neuen RuhrWörter verteilt haben und genauso den Mitarbeitern der AWO. Die drei Zähler von der Caritas haben einen Dank verdient. Ein dickes Lob geht die beiden Pfarrsekretärinnen und an alle, die innerhalb kürzester Zeit unter Hochdruck Stoff für Artikel beigesteuert und/oder diese verfasst haben.

Wir alle zusammen sind ein prima Team – Sie, du und ich!

Ihre und Eure

Elvira Neumann, Gemeindereferentin


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