Lichterkrone

Lucia – der Name bedeutet „die Lichtvolle“

13. November: Gedanken zur heiligen Lucia

Die heilige Lucia ist eine historische Figur. Es ist sogar ihr Grab gefunden worden.

Lucia wurde um 286 nach Christus in Syrakus auf Sizilien geboren und starb im 304 wegen ihres Glaub an Jesus Christus. Unter dem römischen Kaiser Diokletian wurden Christen verfolgt. Sie kamen ins Gefängnis oder wurden hingerichtet. Bestattet wurde Lucia in einer frühchristlichen Katakombe über der sich seit byzantinischer Zeit die Kirche Santa Lucia erhebt. Auch heute noch steht die Kirche am selben Ort. Lucia – der Name bedeutet „die Lichtvolle“ (abgeleitet vom lateinischen Wort „lux“ für „Licht“).

Aus dem Leben der heiligen Lucia

Der Heiligenlegende nach versprach Lucia schon als Kind ewige Jungfräulichkeit, doch ihre Mutter Eutychia wollte sie verheiraten. Lucia zögerte die Verlobung immer wieder hinaus.

Als die Mutter schwer erkrankte, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der heiligen Agatha. Wie durch ein Wunder wurde die Mutter geheilt und wurde danach ebenfalls Christin.

In einem Traum erschien die heilige Agatha Lucia, verwies sie auf die Kraft ihres Glaubens und sagte ihr ein ihr ähnliches Schicksal wie das eigene voraus.

Nach Hause zurückgekehrt kündigte Lucia die abgesprochene Eheschließung. Dann gründete sie mit ihrem Vermögen und der Unterstützung ihrer Familie eine Armen- und Krankenstation.

Es wird auch berichtet, dass Lucia den Christ*innen, die im Untergrund leben mussten, Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf und fand so den Weg in der Dunkelheit.

Der abgewiesene Verlobte erfuhr von Lucia guten Taten und von der Versorgung der verfolgten Christen. Er verriet sie und Lucia wurde verhaftet, gefoltert und schließlich getötet.

Brauchtum

Bis zur gregorianischen Kalenderreform fiel der Luciatag auf die Wintersonnwende und war der kürzeste Tag des Jahres.

Weil der Gedenktag damit in der längsten und dunkelsten Nacht begangen wurde, vermischte sich gerade in den Alpenländern die Erzählungen rund um die heilige Lucia mit vorchristlichen Dämonengestalten. So wurde dort aus der Heiligen die „grausige Lucia“, eine Furcht einflößende Gestalt.

Im Mittelalter wurden am Luciatag die Kinder beschert; der 24. bzw. mancherorts der 25. Dezember wurden erst ab dem 16. Jahrhundert als Gabentag gefeiert.

In Italien ist Lucia eine populäre Volksheilige. Das Lied „Santa Lucia“ ist weit über Italien hinaus bekannt. Selbst in den Schulgottesdienste der beiden Schalker Grundschulen zieht ein Mädchen mit Lichterkranz durch die Kirche und schenkt allen Anwesenden ein Plätzchen. – Leider nicht in diesem Jahr.

Bis heute wird in Italien am 13. Dezember „Torrone dei poveri“ als Mahlzeit für die Armen vorbereitet: Kichererbsen werden mit Zucker gekocht, bis daraus eine feste Masse entsteht.

In Schweden wird die Luciennacht als Mittwinternacht gefeiert. Dort ist Lucia zur lichtertragenden Gabenbringerin geworden: Das älteste Mädchen einer Familie tritt am Morgen des 13.12., dem Lucienmorgen, in einem langen weißen Kleid auf. Sie hat den Kopf mit einem Kranz aus Preiselbeeren geschmückt, in dem brennende Kerzen gesteckt sind. So geht sie morgens von Zimmer zu Zimmer und weckt die Eltern und Geschwister. Alle warten schon darauf, denn sie bringt das Frühstück ans Bett und die ersten Kostproben der Weihnachtsplätzchen. Ihr Licht erinnert an Jesus, das Licht der Welt, dessen Geburt Weihnachten gefeiert wird.


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