Sitzordnung festlegen

Feier öffentlicher Gottesdienste in den Kirchen der Pfarrei St. Joseph

Liebe Christinnen und Christen der Pfarrei St. Joseph,

wie Sie unlängst mitbekommen haben können seit dem ersten Mai wieder Gottesdienste der Kirchen und Religionsgemeinschaften stattfinden. Ein umfassendes Hygiene- und Schutzkonzepten muss vorher erstellt werden, damit das Abstandsgebot und Hygieneregeln eingehalten werden können.

Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Theo Szewczyk, der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Tobias Alshut, das Pastoralteam und ich sind uns einig, dass wir alles dafür tun müssen, damit vor, während und nach einer Gottesdienstfeier das Corona-Infektionsrisiko so gering wie möglich gehalten wird.

Auf der Ebene der vier Gelsenkirchener Pfarrer haben wir uns darauf verständigt, dass zunächst in den Propsteipfarreien St. Augustinus und St. Urbanus probeweise in sehr wenigen, ausgewählten Kirchen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Die daraus gewonnenen Erfahrungen und deren Bewertungen werden hilfreich sein, so hoffen alle, damit in allen Pfarreien weitere Kirchen oder andere Orte für Gottesdienste vorbereitet und geöffnet werden können.

Mittlerweile denke ich, dass die mit dem Corona-Virus verbundenen Gefahren nicht in wenigen Wochen vorbei sein werden und unser Leben darauf hin vorübergehend neu ausrichten müssen. Darum können wir auch nicht in eine Normalität unseres Gottesdienst- und Gemeindelebens zurückkehren, wie wir es aus der Zeit vor der Corona-Pandemie kennen. Wir werden wohl oder übel eine längere Zeit überbücken müssen. So brauchen wir ein sinnvolles, verantwortbares und auch personell sowie wirtschaftlich tragfähiges Konzept für die Dauer von einigen Monaten.

Sachstand und Herausforderungen

Am letzten Dienstag (5. Mai) sind bereits die Kirchen Hl. Dreifaltigkeit in Bismarck und St. Elisabeth in Heßler sowie Kirche St. Antonius in der Feldmark, von Mitgliedern des Pastoralteams und Mitgliedern des Pfarrgemeinderats bzw. des Kirchenvorstands auf ihre mögliche Anzahl an Sitzplätzen hin vermessen worden. Die Pfarrkirche St. Joseph in Schalke wurde einige Tage zuvor schon von den Gemeindereferentinnen Eva Müller und Christiane Rother gemeinsam mit mir vermessen.

Der Orientierungsrahmen der Bischöfe in NRW und die dazu gehörigen Ausführungsbestimmungen unseres Bistums verlangen, dass zunächst die Quadratmeterzahl der Kirchenfläche bei der Ermittlung der Sitzplatzanzahl zu Grunde gelegt wird. Hier gilt es einen Orientierungswert von 10-15 m2 pro Person einzuhalten. Weiter gilt es einen Mindestabstand von 1,5 m zwischen Personen fremder Haushalte einzuhalten.

Zollstock

Hier das nun neue Sitzplatzangebot für die beiden regulären Gottesdienststandorte in der Pfarrei:

Kirche Hl. Dreifaltigkeit

Wortgottesfeier: 29-46 Plätze
Hl. Messe: 20-39 Plätze

Kirche St. Elisabeth

Wortgottesfeier: 34-57 Plätze
Hl. Messe: 18-36 Plätze

Die kleinste Sitzplatzanzahl kommt zustande, wenn nur Einzelplätze vergeben werden. Die größere Zahl beinhaltet neben Einzelplätzen auch Familienplätze für 2-4 Personen.

Bei einer Feier der Hl. Messe müssen zusätzlich Abstände von den während des Kommuniongangs benutzen Wegen zu den in den Bänken Sitzenden eingehalten werden. Dies entfällt bei einer Wortgottesfeier, daher gibt es hier ein höheres Platzangebot.

Deutlich geworden ist den „Vermessungsteams“, dass Gottesdienstbesucher*innen viele Einschränkungen in Kauf nehmen müssen: eine freie Sitzplatzwahl wird nicht mehr möglich sein, Ordner*innen müssen die Mitfeiernden zum Platz führen, Toilettengänge werden nur schwer möglich sein oder das frühere Verlassen der Kirche.

Es werden vermutlich noch weitere Regeln hinzukommen, bevor ein Gottesdienst gefeiert werden kann, denn noch ist vieles nicht geklärt: Müssen sich die Gottesdienstbesucher*innen vorher anmelden? Wenn ja, wie? Kann man sich dann sofort für mehrere Gottesdienste anmelden oder ist das unfair? Wird Handdesinfektionsmittel benötigt? Müssen Mund-Nase-Masken vorgehalten werden? Werden genug Personen den Ordnerdienst übernehmen?

Wenn das Konzept rund um den Sonntagsgottesdienst fertig gestellt ist, werden sich die Gottesdienstbesucher*innen auf stark von der gewohnten Form abweichende Gottesdienste einstellen müssen: Warteschlange vor der Kirche, Einbahnstraßenregelung, Teilnehmerlisten, kein gemeinsamer Gesang, kein gewohnter Friedensgruß, keine Weihwasser, keine Plauderrunde vor der Kirche, Abweisen von nicht angemeldeten Personen oder Abweisen von Personen, wenn alle Sitzplätze belegt sind.

Wann und welcher Form in unserer Pfarrei wieder „öffentliche“ Gottesdienste angeboten werden, kann ich Ihnen heute nicht mitteilen, gewiss aber nicht vor Pfingsten.

Es muss vieles vorher sehr genau und gewissenhaft festgelegt und vorbereitet werden. Im nächsten Schritt wird dies im PGR-Vorstand (Videokonferenz) am 19. Mai zu erörtern sein.

Gleichzeitig prüfen wir seitens des Patoralteams auch die Option der Feier von Freiluft-Gottesdiensten.

Wenn wir in unserer Pfarrei aus den bereits genannten Gründen zurzeit noch keine öffentlichen Gottesdienste feiern, bedeutet dies jedoch nicht, dass wir auf die Verbundenheit im Gebet verzichten müssen. Jeden Abend lädt Sie das Pastoralteam zum gemeinsamen Abendgebet #umkurznach7 ein. Die Gebete finden Sie auf unserer Internetseite und auf Facebook. Und für Christi Himmelfahrt und Pfingsten werden gerade wieder 10-Minuten-Video-Gottesdienste vorbereitet. Zum persönlichen Gebet sind unsere Kirchen zu den mittlerweile üblichen Zeiten weiterhin geöffnet.

Achten Sie auch weiterhin gut auf sich und bleiben Sie gesund!

Mit lieben Grüßen Ihr

Ingo Mattauch, Pfarrer

 

 

Nachtrag:

Für die Kirchen St. Joseph und St. Antonius, die nur noch für Schulgottesdienste und wenige besondere Anlässe geöffnet werden, sind ebenfalls die neuen Sitzplatzzahlen ermittelt worden. Hier waren Mitglieder des Pastoralteams und des Kirchenvorstands mit dem Zollstock unterwegs.

Kirche St. Antonius:

Wortgottesfeier: 42-65 Plätze
Hl. Messe: 42-49 Plätze

 

Kirche St. Joseph:

Wortgottesfeier: unter 60 Plätze, dabei fünf Stühle eingeplant;
für die Feier der Heiligen Messe muss noch vermessen werden.


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