10-Minuten-Video-Gottesdienste und was dahinter steckt

Was hat Händewaschen mit Gründonnerstag zu tun?

Wie wird ein Drehbuch für einen Gottesdienst geschrieben?

Kann eine Osterkerze per Video gesegnet werden?

Als wir die Köpfe zusammensteckten (bildlich gesprochen und natürlich mit genügend Abstand) waren diese die drei ersten Fragen, die sich meiner Kollegin Eva Müller und mir (Christiane Rother) stellten, als wir die Videogottesdiente für die drei wichtigsten Tage im Jahr planten: Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern.

Drei Gottesdienste sollten es werden. Keine Messfeiern. Das kann das Fernsehen viel besser als wir (und sogar live und in Farbe). Darüber waren wir uns im Pastoralteam sofort einig. Kurz sollten sie sein, damit jede*r von Anfang bis Ende dabei bleibt und mitfeiert. Für Kinder und Erwachsene. Und sprachlich verständlich sollten sie noch sein – für jedermann und jederfrau.

Alles klar – ist ganz einfach. Wir müssen ja nur die längste Messfeier, die es gibt und die über die „heiligen drei Tage gefeiert“ wird, auf 30 Minuten kürzen.

Ich könnte Euch jetzt langweilen mit dem Hin und Her der folgenden zwei Tage zwischen Eva Müller und mir. Das Intermezzo zwischen Schreiben, Mailen und Videoanrufen sowie der Vergewisserung, ob unsere Kolleg*innen alles mittragen (und ertragen) können. Am Ende waren wir uns auf jeden Fall einig: so wird es gemacht. Und Pascal Grüger unser Kameramann (auch verantwortlich für Ton und Regie und Schnitt) hat „prima, so machen wir es“ gesagt.

Und das gehört für uns dazu …

… am Gründonnerstag: Fußwaschung, Abendmahl, auch das Leerräumen der Kirche und schließlich das gemeinsame Essen, die Agape.

… am Karfreitag: Jesus betet im Garten Getsemani, Große Fürbitten, das Vorlesen der Geschehnisse auf dem Berg Golgota.

… Ostern: der biblische Bericht von der Auferstehung, die Segnung der Osterkerze, ein Halleluja, das Vaterunser.

Am vierten Tag nach dem Köpfe-zusammen-stecken war Drehtag. Sieben Stunden für 30 Minuten Sendezeit haben wir gebraucht. – Und irgendwann an diesem Tag, gewann ich folgende Erkenntnisse: Das Wort „Jerusalem“ kann ich nicht vor der Kamera aussprechen, dafür umso besser Händewaschen. Ingo Mattauch (unser Pfarrer und Kollege) kann in einer besonderen Zeit die neue Osterkerze für das Jahr 2020 schon vorm Fest segnen – auch wenn das Gefühl dabei merkwürdig ist. Eva Müller ist eine super Regieassistentin. Arthur Knickmann-Kursch ist durch gar nichts aus der Ruhe zu bringen. Meine stets besonnene Kollegin Elvira Neumann kann total aufdrehen und zu wirklich jedem Wort, das jemand sagt, ein Lied anstimmen.

Ich hoffe sehr, Ihr spürt ein wenig, mit wie viel Engagement und Freude wir alle an die Gestaltung und die Aufnahme der Gottesdienste gegangen sind. Wir freuen uns darauf sie mit Ihnen und Dir zu feiern. Wir werden zur angegebenen Zeit mit Euch die Videos ansehen und so miteinander verbunden sein. (Das fertig geschnittene Video habe ich noch nicht gesehen.)

Geben Sie/gebt mir gerne Rückmeldung: Was hat gefallen? Was fehlte? Wie haben Sie/hast Du die Tage verbracht ohne die Gottesdienstgemeinschaft in der Kirche?

Es grüßt Sie und Dich herzlich – auch im Namen des Pastoralteams

Christiane Rother, Gemeindereferentin
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 0209-8182972

 

Die 10-Minuten-Video-Gottesdienste sind auf unserem ganz neu eingerichteten YouTube-Kanal (Dank an Michael Niehaus) erstmalig aufrufbar:


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